Gera Lario

Provinz: Como | 881 Einwohner | Vorwahl: 0344 | GPS 46°10’0’’N 9°22’0’’E

Fraktionen: Fabbrichetta, Località Pian di Spagna, Sant’Agata – Stallone, Venini, Trivio Fuentes

Die weiten Flächen rund um den Ortskern von Gera Lario bieten viel Raum für ausgiebige sportliche Betätigung. Da Wassersport an erster Stelle steht, ist die Infrastruktur auch optimal darauf abgestimmt: vom  modernen Yachthafen über Freibad und Surfschule ist alles vorhanden, außerdem überzeugen die schöne Uferpromenade und ein großer Kinderspielplatz. An der Hauptstraße liegen einige Snackbars, ein Hotel und verschiedene Ristorante. Kleinere Alimentari sorgen für die tägliche Verpflegung. Die Bergwelt nordwestlich des Ortes bietet Wandermöglichkeiten in jeder Schwierigkeit. Die Wege sind in der Regel gut ausgeschildert, zum Ausgangspunkt fährt man meist eine halbe Stunde in die Bergdörfer Bugiallo und Montemezzo auf ca. 1 000 m.  Unterwegs trifft man auf Bauernhöfe, die ihre Gäste mit regionalen und meist selbst hergestellten Lebensmitteln versorgen. Die Sicht von hier oben ist traumhaft. In der Römerzeit gegründet, lebte die Ansiedlung zunächst vom Fischfang und der Landwirtschaft. Ein Zeugnis für die Besiedelung der Römer, ein Steinfund, kann im archäologischen Museum in Como bewundert werden. Besagter Stein wurde übrigens zwischenzeitlich als Türsturz einer Scheune verwendet, ehe Sachverständige das Relikt an dem ungewöhnlichen Ort als Überbleibsel römischer Bautätigkeit erkannten.

Vom Fischfang enttäuscht, widmeten sich findige Leute der Seidenraupenzucht. Die Fäden aus den Kokons der Seidenraupen wurden in Como und Lecco zu Seide weiterverarbeitet.

Die Lage direkt an der römischen Straße Via Regina war strategisch höchst günstig, das Nadelöhr zwischen See und Berg hart umkämpft, vor allem während der Auseinandersetzungen mit den Graubündener aus dem angrenzenden Veltlin. Noch heute zeugen einige alte Wach- und Zolltürme von der damaligen Zeit.

Die bedeutendste Kirche am Ort ist dem heiligen Vincent gewidmet. Das Bauwerk stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde seither (vor allem im 16. Jahrhundert)  immer wieder verändert, sogar die Ausrichtung des Kirchenhauptschiffs. Heute erstrahlt es in renovierter Form. Mitte des 20. Jahrhunderts legte der Archäologe Mario Belloni Reste römischer Baustruktur und ein Mosaik – ebenfalls aus dieser Zeit – frei.

Nördlich des Hafens befindet sich ein großzügiger Badeplatz mit ausgedehnter Liegewiese. Sie parken am Hafen oder in nördlicher Richtung vor der Tankstelle im Freizeitbereich. Nach trockenen Sommern geht der Wasserstand im Herbst rapide nach unten, das Ufer ist dann nicht mehr so schön anzusehen. In der Nähe des Hafens befindet sich ein frei zugängliches Freibad, allerdings mit fraglicher Wasserqualität (Algen).

Aktivposten | In Gera Lario ist der Hafen- und Uferbereich vor Jahren attraktiv und großzügig umgestaltet worden. Der Sport steht im Mittelpunkt, weniger das Drumherum. Ungefähr in der Mitte des Städtchens führt ein Spazierweg zum See hinab. Von dort aus schlendert man sehr schön in Richtung Norden bis kurz vor Sorico am äußersten Ende des Lagos. Hier ergießt sich der Fluss Mera in den Comer See, noch weiter nördlich sammelt er sich im Lago di Mezzola. Eine direkte Verbindung zum Naturschutzgebiet Pian di Spagna sucht man allerdings vergeblich, erst nach ein paar hundert Meter auf der Straße erreicht man das Verwaltungsgebäude des Parks. Wassersportlern bietet Gera Lario ein ideales Revier: Neben den waghalsigen Windsurfern haben sich auch die Kitesurfer etabliert, die mit Hilfe eines Brettes im Wasser und eines kleinen Gleitschirms in der Luft hohe Geschwindigkeiten und große ‚Flughöhe’ erreichen. Ganz ohne Wasser kommen die Paraglider aus, für die hoch über dem Ort eine Absprungrampe gebaut wurde. Absprünge sind allerdings nach Angaben der Aktiven nur bis Mittags zu empfehlen, da die Breva, der thermische Südwind, die Landung im Tal erschweren kann.

Gera Lario ist der Ausgangspunkt vieler Bergtouren am Nordende des Comer Sees. Die Abzweigung von der großen Uferstraße nach Montemezzo führt den Bergsportler in eine großartige Landschaft mit dem Sasso Canale als Oberhaupt. Aber auch die andern Gesellen, wie z.B. der Monte Berlinghera, haben ihren Reiz, und sind auch für weniger trainierte Wanderer erreichbar. Mit 2 411 Metern gehört der Sasso Canale zu den höchsten Erhebungen im Norden des Comer Sees. Weit oberhalb von Gera Lario stellt der Berg eine lohnende Gipfelwanderung für Geübte mit wunderbarer Aussicht dar. Mit dem Auto geht es bis zu dem Parkplatz der Kapelle San Bartolomeo. Fahren Sie zunächst Richtung Montemezzo, später Bugiallo und Peledo. An der Kapelle folgen Sie der Beschilderung bzw. der gelb-roten Markierung. Mit rund vier Stunden für den Aufstieg und zweieinhalb Stunden für den Abstieg ist dies eine durchaus ambitionierte Tour.

Unterkünfte Hotel Le 5 Case. Via 5 Case. 22012 Gera Lario. 0344 84119. www.le5case.com. Das Hotel liegt in Toplage direkt am See, mit großem Garten, Parkplatz, Bootsanleger, Strand und Restaurantterrasse für die Sommermonate. Alle Zimmer sind mit Dusche/WC, Föhn, Telefon, TV, Radio, Zimmertresor und Internetpoint ausgestattet. Preise ab EUR 79,00 (DZ). Albergo Lario. Via Regina, 37. 22012 Gera Lario. 0344 84686. www.albergolario.it. Zentral gelegene Unterkunft mit liebevollem Service. Essen kann man im gleichnamigen Ristorante. Cascina Borgo Francone. Loc. Pian di Spagna, 22010 Gera Lario. 0334 64 31783. www.cascinaborgofrancone.com. Im Landschaftsschutzgebiet Pian di Spagna gelegenes Landgut mit Ferienwohnungen, Warmwasserschwimmbad, Tennisplätzen und organisierten Bird-Watching-Touren. Preise ab EUR 60,00 (Person).

Essen und Trinken In Gera Lario isst man fast ausschließlich in den Restaurants der beiden Hotels am Ort. Desweiteren gibt es die Snackbar Pace an der Hauptstraße. Das Cafe am Hafen ist relativ neu, liegt sehr schön und bietet eher kleinere Gerichte an.

Wochenmarkt: 2. und 4. Mittwoch im Monat, 08.00-12.30 Uhr. Tourismus-Büro Piazza Risorgimento, 1. 22010 Gera Lario. 0344 84440. Offizielle Homepage der Kommune: www.comune.geralario.co.it.