Gravedona

Gravedona ist einer der schönsten Orte am nördlichen Comer See; die langgestreckte Promenade mit den vielen Geschäften, Cafés und Bars. Bild von Marco Saracco, 123rf.com.

Provinz: Como | 2 752 Einwohner | Vorwahl: 0344 | GPS 46°9’0’’N 9°18’0’’E
Fraktionen: Consiglio di Rumo, Germasino, Negrana, Segna, Traversa, San Carlo, Travisa, Brenzi

Gravedona ist eines der wichtigsten Urlauberzentren am Comer See. Schon die malerische Seepromenade mit den renovierten und in italienischen Farben gestrichenen Häusern ist ein Besuchermagnet. Die Gemeinde weiß um die Bedeutung des Ortes für den nördlichen See und sorgt daher für die nötigen Strukturen, die  Touristen zunehmend auch erwarten. Ein kleiner Supermarkt an der Uferstraße versorgt Gäste und Einwohner mit Dingen des täglichen Bedarfs, mehrere Eiscafés und viele Restaurants versüßen den Aufenthalt. Da das Städtchen in der Vergangenheit im Zentrum weltlicher und kirchlicher Interessen lag, besitzt Gravedona heute noch zahlreiche Baudenkmäler und Kunstwerke von seltener Schönheit. Die Wirtschaft des Ortes gründete sich ursprünglich auf den Fischfang, die Landwirtschaft und die Goldschmiedekunst. Heute aber ist der Tourismus eine der wichtigsten Einnahmequellen, und Gravedonas Ruf als Erholungsort verbreitet sich immer weiter. Das Angebot an Ferienwohnungen von einfach bis luxuriös ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, zahlreiche Hotels und Alberghi kamen hinzu. Gravedona steht aber auch für einen Ort mit hohem Freizeitwert.

An der Flussmündung befindet sich ein großzügiger Badeplatz mit Kiesstrand; Parkplätze sind ausreichend vorhande.

Es gibt zahlreiche Sportanlagen, darunter eine gepflegte Strandanlage, einen Segelclub, ein Sportzentrum mit Tennis- und Fußballplätzen und eine Leichtathletikbahn sowie Radwege, Parkanlagen und einen Trimm-dich-Pfad. Steil über Gravedona befindet sich das Klettergebiet ‚Sasso Pelo’, wo Freeclimber und andere Kletterer an einer breiten Felswand in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden herausgefordert werden. Im Hinterland locken lohnende Wanderwege und Mountainbike-Strecken in den stillen,  Jahrhunderte alten Wäldern der Umgebung.


Hotel Regina in Gravedona

Anmerkung der Redaktion: Eines der attraktivsten Häuser am See. In den Ferien fast immer ausgebucht. Bestlage in Gravedona.

Das familiengeführte Hotel Regina am Ufer des Comer Sees empfängt Sie mit einem eigenen Strandbereich sowie einer Terrasse, die zum Verweilen bei Getränken und einer herrlichen Aussicht einlädt. Die Zimmer im Regina Hotel verfügen über einen LCD-TV und Möbel im klassischen Stil. Die meisten bieten zudem einen privaten Balkon mit schönem Blick auf den See. Darüber hinaus erwarten Sie im Hotel ein Fitnessraum, ein Fahrradkeller und Leihfahrräder an der Rezeption. Entspannen Sie auf der Sonnenterrasse oder sonnen Sie sich auf dem privaten Strandabschnitt des Hotels. An der Bar erhalten Sie den ganzen Tag über Getränke und Snacks. Unternehmen Sie auch einen Spaziergang in den antiken Ortskern von Gravedona und besuchen Sie eines der zahlreichen Restaurants zum Abendessen.

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Höhepunkt des Jahres ist das Seefest am 14. August mit der Prämierung geschmückter Fischerboote (Lucie) und einem großen Feuerwerk. Für Blumenfreunde führt am Osterwochenende kein Weg am Palazzo Gallio vorbei. Seit 1972 öffnet dort alle Jahre wieder die traditionelle und einzigartige Kamelien-Ausstellung ‚Mostra delle Camelie‘ ihre Pforten. Zum Rahmenprogramm gehört auch eine Ausstellung mit Bildern und Skulpturen einheimischer Kunstschaffender. Im Sommer ist der Palazzo Austragungsort des ‚Master Piano Festival’, einer Reihe musikalischer Events mit renommierten Klaviervirtuosen.

Fast am südlichen Ortsende steht eine der bedeutendsten Kirchen der Region: die Santa Maria del Tiglio. Bild von Yuriy Brykaylo, 123rf.com.

Chiesa Santa Maria del Tiglio (Lindenbaum)
Das im südlicheren Teil Gravedonas direkt am See liegende Gotteshaus gehört zu den bedeutendsten Kirchenbauten Oberitaliens. Es wurde in seiner heutigen Form im 12. Jahrhundert auf den Grundmauern einer dem Täufer gewidmeten Taufkapelle aus dem 5. Jahrhundert erbaut. Die Kirche zeigt innen wie außen eine klare schnörkellose Struktur aus hellen und dunklen Steinen, die im Inneren von einer Vielzahl an Freskomalereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert unterbrochen wird. Besonders beeindruckend sind die Darstellungen Johannes des Täufers, die der Heiligen Drei Könige und des jüngsten Gerichts.

Chiesa San Vicenzo
Die nur wenige Schritte abseits der Chiesa del Tiglio stehende Kirche geht ebenfalls auf das 5. Jahrhundert zurück. Sie wurde ursprünglich dreischiffig auf einer frühchristlichen Grabstätte im romanischen Stil erbaut und später im Barockstil umgestaltet. Im Zuge weiterer Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen entstand der dreiflügelige Portikus, außerdem wurden ältere frühchristliche Grabsteine im Inneren der Kirche in den Boden eingelassen. Die alte Baustruktur ist  an den Außenmauern gut zu erkennen.

Chiesa Santa Maria delle Grazie
Die elegante und eher schlichte, einschiffige und lichtdurchflutete Kirche war ehemals Teil einer Klosteranlage, die heute in Privatbesitz ist. Das Bauwerk gehört nach Ansicht der Experten zu den bedeutendsten spätgotischen Baudenkmälern in der Region Comer See. Trotzdem konnten nicht alle Malereien in der Kirche erhalten werden. Bemerkenswert ist der vergoldete, aus Holz geschaffene Hochaltar mit Statuen und Skulpturen. Ebenfalls sehenswert ist die Kirche San Gusmeo und Matteo aus dem 13. Jahrhundert im Ortsteil San Carlo. Von dort oben hat man einen großartigen Blick auf Gravedona und seine Umgebung. Der Radius reicht vom Veltlintal ganz im Norden bis hinüber zur Bellagio-Halbinsel.

Zurück am See folgen Sie der Uferpromenade in nördlicher Richtung und passieren die Tourismus-Information (kleiner Rundbau) am alten Fischerhafen, einige Cafés, Läden und Banken. Die Gemeinde forciert die Renovierung der vielen noch im Dornröschenschlaf befindlichen Fassaden in vorderster Linie, bald sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Gegenüber der Anlegestelle befindet sich einer der wenigen Spielzeugläden der Gegend – wer Kinder hat, sollte sich also auf eine längere Pause einstellen. Am nördlichen Ende der Uferpromenade angekommen, findet man eine schöne Ruheinsel direkt neben der Kirche (leicht erhöht) vor, ein paar Schritte dahinter das Casa Volta, in dem der berühmte Physiker Allessandro di Volta, Namensgeber der Einheit ‚Volt’ viel Zeit verbracht hat. Eine Steintafel erinnert an Comos berühmten Sohn.


Der Palazzo Gallio ist nur über Veranstaltungen zu besichtigen; im März findet z.B. eine Kamelienaustellung statt.

Palazzo Gallio
Der Palazzo Gallio, auch Palazzo delle Quatro Torri genannt, wurde im 16. Jahrhundert im Auftrag von Kardinal Tollomeo Gallio auf den Überresten einer mittelalterlichen Burg gebaut. Noch heute lassen sich in den Außenmauern des Geländes Relikte aus dieser Zeit erkennen. Der Name des Palasts steht für die vier mächtigen Außentürme an den Ecken des quadratisch angelegten Bauwerks. Von der Terrasse des etwas tiefer liegenden großen Saals hat man eine schöne Sicht auf Gravedona und den See. Heute dient der Palazzo als Veranstaltungsort und ist Sitz der Comunità Montana Alto Lario.


Uferweg Gravedona – Dongo
Ein schöner Spazierweg führt von Gravedona nach Dongo. Jenseits des Flusses Liro zieht er sich über mehrere Kilometer am Seeufer entlang und passiert dabei Freizeitanlagen, Badeanstalten und Campingplätze.

Der eigentliche Strand von Gravedona ist am südlichen Ortsende zu finden. Hier bildet der Fluss, der hier in den See fließt, eine große Kiesbank, auf der sich im Sommer viele Badegäste tummeln. Gegenüber liegt ein sog. Lido, eine Schwimmanlage mit Pool, Liegestühlen und Snackbar, davor ist ein großer Parkplatz.

Fußweg nach San Carlo
Etwas anstrengender ist der Spaziergang über einen schmalen Steinpfad von Castello zum Teilort San Carlo. Auch die Hauptstraße muss hier überquert werden. Doch es lohnt sich, denn der Weg kann dort nach Segna weiter fortgesetzt werden, dem Ausgangspunkt mehrerer reizvoller Wanderungen.

Peglio, Livo und Dosso del Liro
Die Bergdörfer oberhalb Gravedonas auf den Hängen der umliegenden Berge haben alle ihren besonderen Reiz.. Viele attraktive Wandertouren starten von hier, und nicht umsonst werden immer mehr alte Bauernhäuse saniert und zu modernen Ferienwohnungen umgebaut. Noch weiter oben finden sich einige Agriturismo-Betriebe (z.B. Agriturismo Zertin). Der Straße nach Traversa folgend, erreicht man zunächst Peglio, ein Dorf am Übergang zu einem Hochtal, in dem es auch eine Trattoria gibt. Hier hat sich Guy de Jong, ein auch über den Comer See hinaus bekannter belgischer Künstler, mit seinem Atelier und einer Galerie angesiedelt.  Kein Wunder – denn von oben aus hat man einen unsagbaren Blick in Richtung Süden.

Livo hat einen schönen Ortskern mit Kirche, alten Häusern und einer sehr guten Pizzeria (Sant‘Anna).Von hier aus startet man ins gleichnamige Tal, wo sich das urige Berglokal Crotto Dangri einen Namen gemacht hat. Über Dosso del Liro gelangt man ins Valle del Liro und weiter ins Val di Camedo. Für eine große Tour empfiehlt sich der Aufstieg zum Monte Cardinello (2 400 m) mit Unterkunftsmöglichkeit im Rifugio Vicino (Schlüssel in der Bar-Pizzeria Il Ponte in Gravedona; Tel. 0344 5223).


Akjtivposten | Gravedona gewinnt vor allem für Bergwanderer und Mountainbiker zunehmend an Bedeutung, befinden sich im Hinterland doch einige der schönsten Wanderziele der Umgebung. Dass diese auch gut ausgeschildert und beschrieben sind, ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Wanderpfad nach Domaso
Wer es sich zutraut, kann sich über einen schmalen Fußpfad nach Domaso wagen. Dazu zweigen Sie unmittelbar in der engen Kehre vor dem Dorf Segna beim Strommast (Parkplatz mit Motorboot) rechts von der Straße ab. Folgen Sie dann dem Trampelpfad (mit Rundumsicht auf die Umgebung) bis zum Beginn einer Dorfstraße, die Sie dann nach wenigen Metern wieder rechts in Richtung Domaso verlassen. Nicht schwer zu finden, sofern man die Augen offenhält.

Aufstieg zum Bergdorf Livo …
Interessant ist auch der Aufstieg nach Livo, einem reizvollen Bergdorf ca. 1h oberhalb von Gravedona. Der Weg führt durch Segna bis zum Fluss Liro, der hier zu einem reißenden Bach anschwillt. Folgen Sie jetzt dem Bergwanderpfad rund um den Sasso Pelo nach Livo.

… und weiter zur Schutzhütte Capanna Como
Der Bergsee Darengo ist das eigentliche Ziel dieser Bergwanderung, die mit 4,5 Stunden ein wenig Ausdauer erfordert. Am See befindet sich die Schutzhütte Capanna Como, die allerdings nicht bewirtschaftet ist. Möchte man dort trotzdem Halt machen oder sogar übernachten, erhält man den Schlüssel im Ristorante Santa Anna in Livo. Das Gleiche gilt für die Schutzhütte Rifugio Pianezza auf halber Strecke. Das Gebiet rund um den Bergsee mit der Kombination aus Bergen, Wildbächen und mediterraner Vegetation ist besonders reizvoll. Wer möchte, kann von der Schutzhütte aus über den historischen Alta Via del Lario II über die Alpe Malpensata zum Rifugio Giovo weiterlaufen.

Wanderung zum Crotto Dangri
Jeder Urlauber macht sich irgendwann auf den Weg zum Crotto Dangri: bis Livo mit dem Auto, dann zu Fuß weiter. Der Weg ist gut ausgeschildert. In ca. 1 h erreichen Sie das Crotto mit seiner einfachen, aber schmackhaften regionalen Küche. Der Weg führt im späteren Verlauf entlang einem Gebirgsbach, der je nach Jahreszeit mehr oder weniger Wasser führt. Sie passieren offene Passagen ebenso wie von mächtigen Kastanienbäumen verdunkelte Wege. Am Zielpunkt gibt es einige Gumpen, die im Sommer zum kühlen Bad einladen. Die Strecke ist Teil der Via dei Monti Lariani und kann in beide Richtungen weiter verfolgt werden. Da der Weg in den letzten Jahren für die dort angesiedelten Menschen stärker befestigt wurde, ist die Natürlichkeit folglich etwas auf der Strecke geblieben.

Bodone und/oder Monte Duria
Die Runde beim Bergdorf Bodone (in ca. 20 min. mit dem Auto erreichbar) beginnt etwas steil. Unterwegs hat man Weitblick auf den See  und läuft an urigen Berghütten und Schaf- oder Ziegenherden vorbei. Am westlichsten Punkt der Runde beginnt der ca. einstündige und anstrengende Aufstieg zum Monte Duria, machbar für durchschnittlich Trainierte mit gutem Schuhwerk.

Viele und ausführlich beschriebene Wanderungen in Gravedona finden Sie auch in dem ebenfalls im Zwischenräume-Verlag erschienenen Wanderführer für den Comer See (ISBN 978-3-943663-01-3). Von Gravedona aus gibt es Touren direkt auf der Fahrstraße nach Peglio und Livo, Ausgangspunkt für weitere attraktive Biketouren. Über San Carlo und Segna geht es auf loserem Untergrund hinauf nach Livo, den Sasso Pelo oder das Crotto Dangri.


Unterkünfte in Gravedona Komfortable Zimmer und WLAN bietet das Weinberggehöft Casa Rina im Ortsteil San Carlo, Via Moglio 10 (www.casarina.com). Hotel Regina. Via Regina Levante, 10 a. 22015 Gravedona. 0344 89446. www.reginahotels.it. Direkt am Seeufer. Die einladende Terrasse, der Pool und die unvergleichliche Lage machen das Hotel zum Bestseller im Norden. Der Senior-Chef wohnt selbst im Haus. Preise ab EUR 97,00 (DZ). Hotel Lauro. Via Privata Tagliaferri, 12. 22015 Gravedona. + 39 0344 85255. www.laurohotel.it. Ruhig gelegenes Hotel unter neuer Führung. Service wird großgeschrieben. Preise ab EUR 75,00 (DZ). Hotel La Villa. Via Regina Ponente. 22015 Gravedona. 0344 89017. www.hotel-la-villa.com. Das stilvolle Hotel La Villa mit seinen 15 geschmackvollen Zimmern liegt leider nahe der Durchgangsstraße (unbedingt Zimmer zum See hin verlangen!). Das Restaurant verspricht in schöner Atmosphäre das Beste der frischen, italienischen Küche. Bei schönem Wetter wird gerne auch draußen serviert. Preise ab EUR 45,00. Residence Ristorante Cardinello. Largo Cesare Battisti, 5. 22015 Gravedona. 0344 89450. www.cardinello.com. Zentrales Haus direkt gegenüber dem Hafen. Preise ab EUR 65,00 (pro Zimmer). Crotto Regina. Via Regina Levante, 25. 22015 Gravedona. www.crottoregina.com. Preise ab EUR 69,00 (DZ). Rustikale Unterkunft gegenüber dem Hotel Regina an der Durchgangsstraße.

Essen und Trinken  Gravedona bietet eine große Anzahl guter Ristorante. Viele davon befinden sich direkt an der Promenade mit Sicht auf den Comer See. Ristorante Hotel Lauro. Via Privata Tagliaferri, 12. 22015 Gravedona. 0344 85255. www.laurohotel.it. Ambitioniertes Hotel-Restaurant mit interessanter Karte bei akzeptablen Preisen. Sehr zuvorkommender Service. Osteria Ca’ de’ Matt. Via Castello, 6. 22015 Gravedona. 0344 85640. Originelles, romantisches Lokal am nördlichen Ende der Uferpromenade; etwas nach hinten versetzt. Die Meinungen über die Qualität des Lokals gehen in letzter Zeit allerdings sehr auseinander.

Einkaufen Crai di Gravedona. Viale Stampa, 2. 22015 Gravedona. Gutes Angebot an Geschäften im Umfeld der Touristeninfo am alten Hafen. Der nächste Supermarkt befindet sich in Consiglio di Rumo (Iperal).  Wochenmarkt: 1. und 3. Mittwoch im Monat, 08.00-12.30 Uhr beim Friedhof. Tourismus-Büro Ufficio Turistico Gravedona. Piazza Trieste. 22015 Gravedona. 0344 85005. Gutes Büro, im Sommer wird teilweise auch Deutsch gesprochen. turismo.gravedona@gmail.com. Offizielle Homepage der Kommune: www.comune.gravedona.co.it.