Schifffahrt am Comer See (Navigazione Laghi)

Das Tragflächenboot ist in der Hauptsaison schneller am Ziel, als die Autokaravane.

Gerade hier in der Mitte des Comer Sees  ist eine leistungsfähige Schifffahrt wichtig. Massen von Menschen, Fahrrädern, Autos, LKWs, Bussen und Wohnmobilen wollen von A nach B gebracht werden. Beeindruckend, wie das Personal diese Aufgabe unaufgeregt und professionell erledigt. Nur zwischen 12.30 und 13.30 Uhr stehen die Fähren still und treiben scheinbar manövrierunfähig auf der Seemitte. Die Siesta ist heilig und bleibt hier ungestört.

Fahrpläne und Preise gibt es unter www.navigazionelaghi.it. Die aktuellen Fahrpläne befinden sich im Bereich ‚Area Download‘! Hier die Fahrzeiten der Fähre im ‚Goldenen Dreieck‘:

Zur Geschichte: Am Anfang des 19. Jahrhunderts genügten an vielen Standorten Europas die bestehenden Verkehrs- und Handelswege aufgrund der rasanten Entwicklung in der Wirtschaft und im Handel nicht mehr. Die  Straßen auf den Hauptverkehrsrouten waren oft in gnadenlos schlechtem Zustand, auch entlang des Comer Sees. Kutschen und andere von Pferden gezogene Transportwagen konnten die Warenlieferungen und den Personentransport nicht mehr bewältigen. Ein modernes Transportwesen  musste her. 1826 wurde schließlich das erste Dampfpersonenschiff am Comer See in Betrieb genommen: die ‚Lario‘. Das Schwesterschiff ‚Verbano‘ kam zeitgleich auf dem Lago Maggiore zum Einsatz. Beide waren mit einem 12 PS-Motor noch bescheiden ausgerüstet.  Die erste regelmäßige Schiffsverbindung führte damals von Como nach Domaso und zurück. Schnell kamen weitere Schiffe hinzu, wie die Plinio, die Lecco mit Domaso verband: Um 1840 endlich war das Schifffahrtsnetz ausreichend ausgebaut, 1872 verfügten die neuesten Dampfschiffe auf dem Comer See bereits über 400 PS Motorenleistung, für damalige Verhältnisse ein sehr guter Wert. In den späten Zwanzigern wurde mit der ‚Trento‘ das erste Personenschiff mit Schraubenantrieb in Betrieb genommen, das immerhin 24 Meter lang war. Die Dreißiger Jahre bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verliefen mehr schlecht als recht, bis Treibstoffmangel und die ständige Gefahr der feindlichen Zerstörung die Flotte schließlich zum Erliegen brachte. Einige Schiffe wurden daraufhin zwischen Ossuccio und der Isola Comacina eingelagert und getarnt. Nach dem Krieg wurde der Betrieb zunächst wieder aufgenommen, bis 1952 die Insolvenz folgte. Die neue staatliche Führung investierte daraufhin neu und brachte das Unternehmen wieder in Gang. Viele neue Schiffe wurden in Dienst gestellt, mit der Fährverbindung zwischen Menaggio, Bellagio und Varenna eine längst notwendige Maßnahme realisiert. Die Tragflächenboote bilden den krönenden Abschluss einer fast 150 jährigen Geschichte. Das älteste auf dem Comer See verkehrende Schiff ist die 1962 in Dienst gestellte ‚Concordia‘, die noch regelmäßig und nostalgisch viele Besucher über den See transportiert.

www.NavigazioneLaghi.it: Das Angebot an Fahrten auf dem Comer See ist vor allem in den Sommermonaten sehr vielfältig. Von Como aus starten die meisten Ausflugsschiffe mit unterschiedlicher Reichweite. Einige fahren nur bis Onno, andere bis Nesso und Urio. In den Sommermonaten werden zusätzliche Schiffe für die Gegend des Centro Lago eingesetzt, die auch Colico anlaufen. Die Schnellboote befahren den ganzen See, Winter wie Sommer.