COMERSEE ENTDECKEN UND
ERLEBEN
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| Blick von San Carlo Richtung
Monte Legnone |
Am Comer See davon zu sprechen, welche Gegend wohl
die Schönste sei, ist n icht leicht, fast ein
bißchen rhetorisch. Jeder Ort hat sein
besonderes Flair. Sportlern gefällt sicher die nördliche
Region [Alto Lario] besser, das liegt am Wind. Engländer
bevorzugen meist die Mitte des Sees [Bellagio-Dreieck]. Die
prunkvollen Villen aus früheren zeiten ziehen hier die
Besucher an.
Für einen stilvollen Einkaufsbummel bieten
sich die 'Metropolen' im Süden an: Lecco und natürlich
Como. Um sich am See zurechtzufinden,
bietet es sich an, ihn in vier Teile einzuteilen.
Das machen auch die Italiener, und so werden auch wir das
Rad nicht neu erfinden! Im Norden fasst der Begriff 'Alto
Lario' die Orte Sorico,
Colico, Dervio, Gera Lario, Domaso, Dongo und Gravedona zusammen,
um nur die wichtigsten zu nennen. 'Centro
lago' bezeichnet die
Ortschaften in der goldenen Mitte des Sees: Menaggio, Bellagio,
Varenna, Bellano, Tremezzo und die Isola di Commacina.
Ferner die Regionen 'Como'
[Como, Cernobbio, Brunate, etc.] und 'Lecco'
[Lecco, Mandello, Abbadia Lariana, etc.].
Interaktive Karte weiter unter auf der Seite!!! |
Interessantes zum Comer See In
dem kulturellen Gedächtnis der europäischen Völker
gibt es einen Bereich, in dem der Comer See Platz gefunden hat.
Ein Attribut, dass der Lario [so der andere Name des Sees] der
Feder von Alessandro Manzoni und seinem Roman 'Die Verlobten'
zu verdanken hat, in dem die schwierige Liebe zwischen Renzo
und Lucia untrennbar mit den Ortschaften an diesem lombardischen
See verbunden ist und so der Wasser- und Berglandschaft zu Unsterblichkeit
verholfen hat. Natürlich verdankt der Comer See seine weltweite
Beliebtheit vor allem den Erzählungen Reisender aus dem
19. Jahrhundert, die sprichwörtlich von der außergewöhnlichen
mediterranen Atmosphäre in den Bann gezogen wurden. Auf
dieser Basis hatte sich ein zweifellos elitärer moderner
Fremdenverkehr aufgebaut, der durch vergilbte alte Fotografien
mit Dampfschiffen, Pferdebahnen, Seilbahnen und ersten Luxushotels
bis heute ein gewisses Image am Leben erhalten hat. Das Besondere
dieser Orte ist bereits auf einer einfachen Landkarte der Lombardei
zu erkennen, in der sofort das umgekehrte Y auffällt, das
praktisch drei verschiedene Seen in einem Gewässer vereint:
Lago di Colico im Norden, Lago di Lecco im Südosten
und Lago di Como im Südwesten. Dies ist der Lario,
der wie die anderen italienischen Voralpenseen in einem riesigen
bis zur Brianza reichenden Gletscher seinen Ursprung findet.
Der See hat sich aus dem durch das Eis geformten Terrain gebildet
und die langsame Entwicklung zeigt sich heute noch in der
Erosion der Felsen und den zahlreichen vor allem im Triangolo
Lariano [das Gebiet zwischen den beiden Armen des Y, also
den westlichen und östlichen Teilen des Sees] vorhandenen
Findlingen. Beeindruckend ist in diesem zauberhaften Gebiet
das Nebeneinander einer großen Vielfalt an Landschaften
und Ausblicken und die faszinierende Schönheit der Ortschaften.
In wenigen Kilometern kommt man aus dem Hochgebirge zum See,
vom unwegsamen Alpental zum sanftesten Hügel, von Nadelwäldern
zu Palmen, von schneebedeckten Skipisten zu Pflanzenoasen,
in einem Überfluss an natürlichen Landschaften und
einer kontinuierlichen jahreszeitbedingten Veränderung
der Farben und Atmosphären.
Neben der Natur, wie gesagt, die Hand des Menschen: winzige
Dörfer, charakteristische Anreihungen von Natursteinhäusern
und sehenswerte Fremdenverkehrsorte; herrliche
Adelsresidenzen, deren Architektur und Gärten
von einer Faszination erzählen, die der Comer See seit
jeher auszuüben wußte: luxuriöse,
von Kunst geprägte Villen, die Geschichten und
Sagen widerspiegeln, umgeben von grüner Vegetation, die
überraschenderweise auch Pflanzen warmer Gegenden aufweist,
wie z.B. dem Olivenbaum und vielen tropischen Gattungen, die
in diesem sehr milden Klima prächtig gedeihen. In Tremezzo
liegt beispielsweise die weltweit für ihren herrlichen
Park mit seltenen Blumen und Pflanzen bekannte Villa Carlotta;
hier blühen in der warmen Jahreszeit Kakteen, südliche
Farne, Palmen, Zedern, Zitronen und Orangen. Spektakulär
ist April/Mai die Blüte von Rhododendron und Azalee.
Die Geheimnisse und Wunder der zahlreichen Uferstädtchen
sind unendlich. Einer der beiden Hauptorte ist Como,
in einem grünen Tal am westlichen Ende des Sees gelegen.
Die durch große Villen und herrliche Parks geprägte
Stadt ist reich an Geschichte und Kunst, Heimat von Künstlern,
Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, von Plinius dem
Älteren bis Alessandro Volta. An dem östlichen Ende
des Sees liegt Lecco, dominiert von den Bergen San Martino
und Resegone und vom Profil der Grigne. auf denen Bergsteigergeschichte
geschrieben wurde. Es gibt aber zahlreiche weitere Orte zu
besuchen: Colico, das Tor zum Valtellina am nördlichen
Ende des Sees; Gravedona, das Paradies der Kamelie;
Bellano, wo der Gebirgsbach Pioverna in einer engen
felsigen Schlucht in den See stürzt, ein bezauberndes
Schauspiel, dem man dank aufgehängter Stege zuschauen
kann; Menaggio, im Sommer durch Urlaubsatmosphäre belebt
und ein idealer Ort für junge Menschen, die Spaß
suchen; Varenna, Knotenpunkt der Seeschifffahrt,
ein moderner und lebendiger Ferienort aber auch Hüter
einer mittelalterlichen Vergangenheit; Bellagio, an der Spitze
des Punkts, an dem sich der See nach Como und nach
Lecco teilt. An diesem durch das milde Klima verzauberten
Ort scheint die Zeit stillzustehen: hier schuf der lombardische
Adel zwischen dem 18. und dem 19. Jahrhundert seinen Prachtgarten,
was man gut versteht, wenn man heute durch die Gassen der
Ortschaft spazieren geht und die Eleganz vergangener Zeiten
"einatmet" oder in die Ruhe der Parkanlagen von
Villa Melzi d'Eril [das erste Beispiel eines Englischen Gartens
am See] und Villa Serbelloni eintaucht.
Und weiter: Oliveto Lano mit seiner renommierten
Olivenölproduktion; Ossuccio, vor der
Insel Comacina gelegen, das bereits im Mittelalter
als ein Meisterwerk der Militärarchitektur galt, woran
alljährlich im Juni durch das grandiose Johannisfest
erinnert wird; Moltrasio und Cernobbio, berühmt für
ihre großen Villen, darunter Villa d'Este aus dem 16.
Jahrhundert, Ende des 19. Jahrhunderts in ein Hotel umgebaut
und heute ein prestigevoller Austragungsort internationaler
Kongresse. Eine ungewöhnliche und sehr faszinierende
Art zwischen diesen Ortschaften zu reisen ist die Bootsfahrt
auf dem See [ Info: Tel. 0039031 579211], auf der man die
romantischere Seite der Landschaft und einen einmaligen Blick
auf die alten Villen und Gärten genießen kann und
so die heute vielleicht einzige Möglichkeit hat, der
Grand Tour vergangener Zeiten nahe zu kommen. Eine andere
Art die Panoramas des Lario zu genießen, ist von oben
mit der Standseilbahn Como-Brunate, der Seilbahn Argegno-Pigra
oder für Abenteurer an Bord eines Wasserflugzeugs: in
Como befindet sich die einzige europäische Flugschule
an der man den Pilotenschein für diese Flugzeuge machen
kann.
[Quelle: enit.de, mit freundlicher Genehmigung vom 05.03.2009] |