Typische Gerichte des Comer See

Alosa fallax lacustris ist die wissenschaftliche Bezeichnung für einen Fisch, der am Comer See eine sehr weit zurückreichende Tradition hat. Bild von marcodeepsub, fotalia.com

Die ‚Früchte’ des Lario sind die Fische. Sie sind seit jeher Mittelpunkt der Lebensweise rund um den See. Die Art der Zubereitung trägt oft traditionelle Züge, die für Besucher manchmal überraschend sind. Die Missoltini beispielsweise werden in Streifen geschnitten, an der Luft getrocknet und später in einem Holzfass mit Lorbeerblättern aufbewahrt. Vor dem Genuss werden sie kurz auf den Grill gelegt, mit Essig und Öl beträufelt und danach serviert. Die für dieses Gericht verwendeten Fische sind Finten (Alosa fallax), auch Elben genannt – eine große Heringsart, die sowohl im Atlantik als auch in den oberitalienischen Seen vorkommt. Der bis zu 55 cm lange und bis zu zwei Kilo schwere Fisch ist allerdings in seinen Beständen schon dezimiert und steht auf der Liste der bedrohten Tierarten. Die Finte wandert im Mai an die Flussmündungen des Comer Sees und zur Laichablage weiter in die unteren Flussläufe. In Dervio findet jedes Jahr im Juli mit der Sagra del Missoltini ein Fischfest zu Ehren der Finten statt. Dort werden die Tiere sowohl in traditioneller als auch alternativer Zubereitung serviert. Fritto misto di Lago heißt eine gemischte Fischplatte, meist aus Ukelei (Lauben), Finten, Blaufelchen und Flussbarschen, die in Mehl gewendet und dann in einer schweren Eisenpfanne mit reichlich Fett unter großer Hitze kurz angebraten werden. Salbei gibt ihnen eine unverwechselbare Note. Pesce del Carpione wiederum werden zunächst frittiert und danach, eingelegt in eine Essig/Öl-Marinade, eine gewisse Zeit gelagert. Frisches Brot und ein Gläschen Wein dazu – ein Genuss.


Polenta mit Beilage; findet man eher noch in den höher gelegenen Bergdörfern. Bild von Comugnero Silvana, fotalia.com.

Zweites Standbein der larianischen Küche ist die Polenta. Sie wird traditionsgemäß über offenem Feuer in einem Kupferkessel hergestellt. Dazu streut man unter ständigem Rühren den Maisgrieß ein. Ein Kraftakt: Denn erst nach  45 bis 60 Minuten löst sich der Teig von der Topfwand – dann ist die Polenta fertig. Am Comer See genießt man sie mit Ei,  Käse der Region, Fisch aus dem See und auch mit Gemüse. Ans Nordende des Sees ist ein Gericht aus dem Veltlin ‚herüber geschwappt’, das es fast in jedem traditionellen Gasthaus gibt: die Pizzocheri della Valtellina. Das Auflaufgericht aus Buchweizennudeln, Kartoffeln, Wirsing, Knoblauch und Bergkäse ist ein Genuss. Mit viel Butter wird es in einer Auflaufform serviert. Dazu schmecken frisches Brot und ein guter Landwein. Weiterhin gibt es viele leicht variierende Eintopfgerichte aus Fleisch und Gemüse der Saison. Dank unterschiedlicher Kräuter wird es überall ein bisschen anders zubereitetet. Ein weiteres aus dem Veltlin importiertes Gericht sind die Sciatt (sprich: Schatt),  mit einem Weizenmehlteig umhüllte Käsebällchen, die in sehr heißem Fett frittiert werden. Man serviert sie als Vorspeise meist mit gut gewürztem Salat.