Bellagio am Lago di Como (centro lago)

Bellagio, Comer See

Bellagio liegt auf einer grünen Halbinsel zwischen den beiden Seearmen Lecco und Como. Anders ausgedrückt – das bildhübsche Städtchen ist Hauptanziehungspunkt am Comer See, bietet es doch genau das, was sich alle unter dem Begriff ‚Perfekte Schönheit’ vorstellen. Vor allem die traumhafte Lage am Ende des Monte San Primo-Ausläufers zwischen Como und Lecco (triangolo lariano) ist es, die beeindruckt. Allerdings trennen sich hier die beiden südlichen Arme des Comer Sees voneinander.

Traumhaft: die Seepromenade

Auf jeden Fall – Neben der herrlichen Uferpromenade, den gemütlichen Cafés und den verwinkelten Gassen der Altstadt sind auch der Fischereihafen, die romanische Pfarrkirche St. Jakob (Basilica San Giacomo) und die Villen Serbelloni und Melzi bemerkenswert. Letztere prunken mit bewundernswerten Parkanlagen voller stattlicher Zypressen und viel gerühmter Azaleen, Rosen, Kamelien und Rhododendren. Die Gärten, die zu den schönsten Italiens zählen, lassen das Herz eines jeden Liebhabers der Hortikultur höher schlagen.

Die Charakteristik von Bellagio

Außerdem – Es sind vor allem die stilvollen Hotels, die Filialen Mailänder Nobeldesigner und die Speisekarten edler Restaurants und Cafés, die das Flair Bellagios ausmachen. Ein Prachtbau neben dem anderen zeigt, dass in diesem Ort einst viel Geld angelegt wurde und heute dafür gesorgt wird, dass alles so bleibt wie es ist. Wer hier Urlaub macht, weiß, warum! Sparen kann man hier allerdings nicht, für Espresso, Cappucino und Co sind Höchstpreise zu bezahlen. Pizza auf die Hand ist unter EUR 5 nicht zu haben, andererorts zahlt man die Hälfte.

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Hotel Belvedere in Bellagio

Anmerkung der Redaktion: Das beste Hotel in Bellagio; etwas außerhalb, aber mit Traumblick auf den Comer See.

Panoramablick auf den Comer See erwartet Sie im Hotel Belvedere. Die Unterkunft befindet sich seit 1880 und über 4 Generationen hinweg in Frauenhand. Der eigene Garten bietet einen Pool mit Whirlpool. Der neue Wellnessbereich …

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Mehr Hotels unter www.comersee-hotels.de

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Übrigens – Ein Rundgang durch das malerische Örtchen erschließt das alte Fischerdorf mit den bunt bemalten Häusern und steilen Gassen. Herrlich lässt es sich an einladenden Restaurants, Pizzerien, hübschen Boutiquen und kleinen Geschäften entlang bummeln. Folglich ist der Ausblick vom nördlichsten Punkt der Halbinsel, der Punta di Spartivento (übersetzt: ‚Ort des geteilten Windes‘.) die Krönung eines Bellagio-Besuchs.

Kultur wird groß geschrieben

Das heißt – mit dem ‚Festival di Bellagio‚ veranstaltet der Ort eines der größten Kulturfeste der Region. Den ganzen Sommer über finden an zahlreichen Orten Veranstaltungen statt: Konzerte, Lesungen, Tanz und andere kunstvolle Darbietungen. www.festivaldibellagio.com.

Am Abend geht man zum Lido

Allerdings: Auf dem Weg zur Villa Melzi gelangt man zum Lido (örtliches Strandbad), das 2011 renoviert wurde. Die Anlage besteht aus einem Café, Wasserleitern und einem Sprungbrett. Eine Liegewiese im engeren Sinne gibt es nicht, Palmen und Sand sorgen für etwas Flair. Im Sommer wird auch Wasserski gefahren.

TIPP | Wer es natürlicher mag, geht an den Parkanlagen der Villa Melzi entlang die Uferastraße in Richtung San Giovanni. Kurz vor dem Ortsanfang zweigt rechts ein unbefestigter Weg zum See ab; ein Schild (‚River Side‘) weist auf einen kleinen, exklusiven Strand hin. Exklusiv vorallem deshalb, weil sich dort der teuerste Kiosk des Comer See befindet. Federico und sein Team zaubern aus einer Zwergenküche heraus zahlreiche Leckerbissen mit immer frischen Zutaten; Qualität hat allerdings seinen Preis und so bezahlt man für ein Panini schon einmal EUR 8 und ein Cappucino schlägte mit EUR 4 zu Buche; Entrecôte kostet EUR 30, ein Teller Patatine (Pommes freites) EUR 5, der Service ist schnell und freundlich.

Geschichte von Bellagio

Bellagio hat, wie viele Orte am Comer See, römische Wurzeln. Entsprechend habe schon Plinius der Jüngere etwa um 60 n. Chr. die Vorzüge des Ortes zu Studium und Jagd genutzt. Später spielte Bellagio als strategischer Punkt für die Einwohner Comos eine wichtige Rolle. In späterer Zeit standen die Familien Melzi und Serbelloni für die Entwicklung der Gemeinde Pate, die Anpflanzung von Maulbeerbäumen auf der ganzen Halbinsel sicherte das finanzielle Auskommen. Daneben blühten Fischerei und Landwirtschaft. Auf diese Weise legte Bellagio den Grundstein für den heute so bedeutungsvollen internationalen Tourismus und etablierte sich als eine der ersten Ferienregionen in Italien.

Es gibt einen Nachbau in den USA

Teile des Ortes wurden und werden vor allem in den USA originalgetreu nachgebaut. Berühmtestes Beispiel: Das Hotel-Casino Bellagio in Las Vegas mit künstlich angelegtem See, Fontänen, mediterranen Innenhöfen und hauseigenem botanischem Garten. Über Lizenzzahlungen an Bellagio ist allerdings nichts bekannt.

Weltberühmt: Salita Serbelloni und Via Giuseppe Garibaldi

Neben der beeindruckenden Seepromenade sind es vor allem zwei Straßen, die das Flair von Bellagio mitbegründet haben. Über die Salita Serbelloni steigt man, inmitten schöner und alter Häuserfassaden, vorbei an unzähligen Geschäften hinauf zur Via Garibaldi (Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer können über die Via Roma ausweichen). Die Via Garibaldi repräsentiert das ‚eigentliche ursprüngliche Bellagio‘  etwas fern der großen Besucherströme. Zwar gibt es hier ebenfalls viele Händler und Gastronomen, doch lässt dies immer mehr nach, je weiter man nach Süden kommt.

Die gibt es zweimal: Villa Serbelloni

Im Jahre 1959 der Rockefeller-Stiftung vermacht, kümmert sich das Bellagio Foundation Center seither um die Fortsetzung einer Tradition: Hier wird es Künstlern ermöglicht, in absoluter Ungestörtheit und unter besten örtlichen und atmosphärischen Bedingungen eine mehrwöchige Schaffensphase einzulegen.

Das ca. 200 000 m2 große Anwesen erstreckt sich über die gesamte Spitze des Colle di Bellagio. Für die Öffentlichkeit werden die sehenswerten Gärten der Anlage zumindest von März bis November von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Eintritt pro Person EUR 9,00, Kinder bis 13 jahre EUR 5,00. Zweimal am Tag werden Führungen angeboten. Montags ist der Garten geschlossen. Treffpunkt für Führungen ist an der Piazza della Chiesa direkt neben der Kirche beim Turm.

Eleganter und vornehmer geht es nicht: Villa Melzi

Der heutige Eigentümer des Villenhotels ist Herzog Gallarati Scotti. Nur als Hotelgast kann man die Villa besichtigen, die Gärten sind allerdings der Allgemeinheit zugänglich. In den warmen Monaten sind sie täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Führungen sind möglich. Der Garten vereint heimische und tropische Pflanzen; Magnolien, Kamelien und Azaleen wetteifern mit Vertretern feuchtheißer Landstriche in aller Welt. Die Villa ist ein Musterbeispiel für italienische Eleganz. Lungolario Manzoni. 22021 Bellagio. 0339 4573838. www.giardinidivillamelzi.it.

Villa Trivulzio, Villa Trotti und Villa Giulia

Die drei prächtigen Herrschaftshäuser mit den beeindruckenden Parkanlagen stehen leider etwas im Schatten der berühmteren Vertreter Serbelloni und Melzi. Alle befinden sich in Privatbesitz.

Sehenswert: Basilica San Giacomo

Die dem heiligen Jakob geweihte Kirche wurde am Ende des 11. Jahrhunderts im romanischen Stil erbaut, in der Barockzeit wesentlich erweitert und im 20. Jahrhundert renoviert. Das Schmuckstück zeigt im Außenbereich den im 17. Jahrhundert veränderten und aufgestockten, aber ins Kirchenhaus inkludierten Kampanile. Seitlich der Kirche erkennt man noch die aus dem Mittelalter stammenden Überreste dreier Apsiden, im Inneren zeigen zahlreiche Kunstschätze das Können vieler Künstler aus den vergangenen sechs Jahrhunderten. Rechts neben der Kirche befindet sich ein alter Wehrturm, das einzige echte Überbleibsel von Bellagios einst mächtiger Befestigungsanlage, die den ganzen Ort umgeben hat.

Für das Fachpublikum: Museum für Navigationsinstrumente

Das ‚Museo degli strumenti per la navigazione‘ zeigt nautische Instrumente und andere Utensilien, beispielsweise Fernrohre, mit deren Hilfe sich Seefahrer orientierten. Es ist in einem alten Turm untergebracht. Kombi-Tickets für das Museum in Verbindung mit anderen Sehenswürdigkeiten, z.B. der Villa Serbelloni, werden angeboten. Piazza Don Miotti. 22021 San Giovanni di Bellagio. 031 950309.  www.bellagiomuseo.com.

Mit der Fähre: Varenna, Tremezzo und Menaggio

Keinen dieser drei Orte aus der ‚Goldenen Mitte‘ sollte man verpassen. Um sie zu erkunden, empfiehlt es sich, die Fähre zu nehmen, am besten als Fußgänger, was deutlich günstiger ist. Ohnehin sind von den Anlegestellen aus alle Sehenswürdigkeiten leicht und schnell zu erreichen. Manche Ortsteile sind für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen allerdings nicht oder nur über Umwege erreichbar (Treppen).  Wählt man Menaggio als Ausgangspunkt, werden Bellagio, Varenna und Tremezzo (Cadenabbia) nacheinander besucht. An den Tickethäuschen liegen die Fahrpläne meist aus, im Sommer sind sie schon mal vergriffen.

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Monte Nuvolone
Die Wanderung führt von Bellagio aus in ca. 3,5 h auf den Hausberg des Ortes. Unterwegs passiert man die Dörfer Guggiate, Perlo, Brogno und Rovenza, bevor der Weg direkt auf den Gipfel des Nuvolone führt. Wer abkürzen will fährt bis Cernobbio und startet von dort aus. Eine Wanderkarte ist zu empfehlen.

Unterkünfte in Bellagio

Grand Hotel Villa Serbelloni Via Roma, 1. 22021 Bellagio. 031 950216. www.villaserbelloni.com. Die Villa Serbelloni ist eines der traditionsreichsten und elegantesten Hotels am Comer See. Besonderer Wert wird auf die Privatsphäre der Gäste gelegt. Die Villa verfügt über alle Annehmlichkeiten eines Fünf-Sterne-Hotels. Geöffnet von April bis September. Preise ab EUR 412,00 (DZ). Hotel Excelsior Splendide Via Lungo Lario Manzoni, 28. 22021 Bellagio. 031 950225. www.hsplendide.com. Das Excelsior Splendide ist ein Hotel im Zentrum von Bellagio, das seine Gäste in komfortablem Ambiente und in exzellenter Lage direkt am Seeufer willkommen heißt. Das Haus verfügt über Bar und Restaurant mit Seeterrasse, eine Eisdiele mit eigener Eisherstellung, einen großen Garten mit Schwimmbad und Fahrstuhl sowie Internet-Anschluss für Gäste. Preise ab EUR 130,00 (DZ).

Essen und Trinken

In Bellagio zu dinieren ist absolut en vogue. Sehen und gesehen werden in luxuriösen Restaurants in absoluten Toplagen, das können Sie hier wie sonst nirgends am See. Terrassen, Aussichten wie auf Postkarten, exquisite Speisen und Weine, so versteht man es hier zu leben. Trattoria San Giacomo Da Gancio. Salita Serbelloni, 45. 22021 Bellagio. 031 950329. Klassische italienische Küche mit riesiger Weinauswahl. Chefin Margherita Gandola bäckt den Kuchen höchstpersönlich.

Der Wochenmarkt findet an jedem dritten Mittwoch im Monat von 08.00-15.00 Uhr statt. Ansonsten gibt es in Bellagio nur kleine, meist auf den Tourismus zugeschnittene Lebensmittel(spezialitäten)geschäfte. Tourismus-Büro Piazza Mazzini, 14 (Hafen). 22021 Bellagio. 031 950204. Von Mai bis September wird montags eine geführte Exkursion durch die Gemeinde abgehalten. Treffpunkt ist das Büro der Organisation ‚promobellagio’ am Platz der Kirche San Giacomo.