Der italienische Motorrad-Hersteller Moto Guzzi, dessen weltbekanntes Markenzeichen einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen darstellt, wurde 1921 in Mandello del Lario gegründet und ist seit 2004 Teil des Piaggio-Konzerns. Neben Mofas, Motorrollern, Kleinmotorrädern und Dreirädern zählt besonders die Motorrad-Palette, die von 125 bis 1 200 Kubikzentimeter Hubraum reicht, zu den Aushängeschildern von Moto Guzzi, das nicht nur wegen seiner zahlreichen Erfolge im Motorsport und wegweisenden technischen Innovationen Kult-Status genießt.


Gründung und Entwicklung von Moto Guzzi
Der Heeresflieger Giorgio Parodi gründete am 15.03.1921 mit seinem Freund, dem Flugzeugtechniker Carlo Guzzi, im italienischen Städtchen Mandello del Lario die ‚Aktiengesellschaft Moto Guzzi‘. Als weiteres Gründungsmitglied gilt der kurz nach dem Ersten Weltkrieg abgestürzte Pilot Giovanni Ravelli, zu dessen Andenken das Zeichen des ‚beschwingten Adlers‘ ins Leben gerufen und fortan zum Symbol von Moto Guzzi wurde. Dank der finanziellen Unterstützung von Parodis Vater und der tatkräftigen Mithilfe des Schmids von Mandello del Lario schufen die beiden im Keller von Guzzi einen Prototypen namens ‚G.P.‘ (Guzzi.Parodi), von dem noch im Gründungsjahr (und in abgespeckter Form) 17 Motorräder unter der Modellbezeichnung ‚Normale‘ das Licht der Welt, genauer gesagt das Licht von Mandello del Lario erblickten. Trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung als Industrie- und Handwerkszentrum bewahrte sich die am Fuße des Grigna-Massivs liegende Ortschaft ihren historischen Charakter. Bereits 1925 bauten die mehr als 300 in Mandello del Lario beschäftigten Mitarbeiter 1 200 Motorräder, wobei sich Moto Guzzi bis 1934 zum größten italienischen Motorrad-Hersteller entwickelt hat. 1928 entwarf Guiseppe, der Bruder von Carlo Guzzi, eine zukunftsweisende Hinterradfederung. Um die Zuverlässigkeit dieser Dreiecksschwinge samt Federpaket und der damit ausgestatteten Maschinen unter Beweis zu stellen, ließ es sich Guiseppe nicht nehmen, mit einer ‚G.T.‘ bis zum Polarkreis in Norwegen zu fahren, womit sich dieses Motorrad seinen daraufhin erhaltenen Beinamen ‚Norge‘ redlich verdiente. Ein weiterer wegweisender Schritt gelang Moto Guzzi 1966, als die luftgekühlten V2-Motoren hergestellt und erstmals im Modell ‚V7‘ eingebaut wurden. Vorteil dieser Motorbauart, die nach wie vor zu den ‚herausragenden Merkmalen‘ von Motorrädern der Marke Moto Guzzi zählt, ist der tiefere Schwerpunkt, der nicht nur Handling und Sicherheit positiv beeinflusst, sondern auch den wartungsarmen Kardanantrieb begünstigt, sowie eine erhöhte Schräglagenfreiheit samt vorteilhaftem Massenausgleich bietet. Des Weiteren gelang Moto Guzzi mit dem, ab den 1970’er-Jahren eingesetzten, Integralbremssystem eine innovative Technologie, die erst in den Modellen ab 2006 durch das ABS ersetzt wurde. 1967 gründete Moto Guzzi die SEIMM-Gesellschaft, wobei die immer wieder in Erscheinung tretenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens durch den Verkauf an Aprilia im Jahre 2000 sowie deren Anschluss an den Piaggio-Konzern 2004 endgültig der Vergangenheit angehören.

Einige Modelle und sportliche Erfolge von Moto Guzzi

Neben den Tourenmotorrädern, allen voran die Modellreihe ‚California‘, überzeug(t)en vor allem die Sportmaschinen wie ‚Centauro‘, ‚Daytona‘ oder ‚Le Mans‘.

Die heutigen Modelle wie ‚Breva 1200‘, ‚Griso 8V‘, ‚Stelvio 1200 8V‘ oder ‚V11 Sport‘ tragen, in moderner Form, noch immer den Geist der 1920er- bis 1950er-Jahre in sich, als Moto Guzzi insgesamt sowohl sieben Fahrertitel in der Motorrad-Europameisterschaft einheimsen als auch in der Motorrad-Weltmeisterschaft mit acht Fahrerweltmeistertitel in verschiedenen Klassen restlos überzeugen konnte und sich somit zur ‚lebenden Legende‘ machte. Im Museum kann man einige Meilensteine der jetzt 100-jährigen Entwicklung studieren, auch viele Motorräder samt Prototypen und Rennmaschinen sind dort ausgestellt. Moto Guzzi Museum. Via Parodi, 57. Mandello del Lario. 034 17 09 111. www.motoguzzi.it. Öffnungszeiten: werktags von 15.00-16.00 Uhr; Sonn- und Feiertage nach Vereinbarung. In den Werksferien (01.08. – 31.08. und 20.12. – 02.01.) geschlossen.